Die minoische Gesellschaft war komplex und fortschrittlich. Die Ausgrabungsfunde liefern uns wertvolle Informationen über das Leben in den Palästen. Besonders beeindruckend sind die farbenfrohen Kostüme der Minoer, die sich anscheinend mit der Gesellschaft entwickelt haben. Es wurden keine Textilien gefunden, aber unser heutiges Wissen über die Mode der Zeit basiert auf Wandmalereien, Ton- und Bronzetafeln, Siegeln, Vasen, Schmuck und Linear-A-Inschriften.
In der vorpalastzeitlichen Zeit umfasste die Mode lange, farbenfrohe Röcke, Mieder, Gürtel und sehr beeindruckende Hüte. Die Hüte waren manchmal hoch, manchmal kurz, voluminös oder breitkrempig.
In der höfischen Zeit wurden Hüte abgeschafft und Frauen begannen, ihr langes, üppiges, lockiges Haar zu zeigen, das ihnen auf die Schultern fiel. Sie begannen, viele verschiedene Arten von Röcken zu tragen, mit horizontalen Falten, Rüschen und sogar Umschlagröcken. Die Röcke wurden sehr eng und legten die Brüste der Frau vollständig frei. Die Farben der Stoffe waren hell und beeindruckend mit unzähligen Farbtönen. Rot, Gelb und Blau dominierten die Muster. Die Minoer nutzten den verfügbaren natürlichen Reichtum zur Herstellung von Farben. Sie verwendeten Safran, das heute teuerste Gewürz, um Gelb herzustellen. Murex-Muscheln ergaben ein sattes Purpur. Die Kleidungsstücke wurden aus Wolle, Leinen und behandeltem Leder hergestellt.
Die Frauen begannen, ihr Bild für die Darstellung göttlicher Gestalten auf Figuren herzugeben. Die Schlangengöttin trägt einen glockenförmigen Rock mit Rüschen, der bis zum Boden reicht. Ihr Mieder hat kurze Ärmel, ist eng und enthüllt ihre Brüste.
Die Minoer liebten Schmuck sehr. Sie trugen Ohrringe, Halsketten, Ringe und Armbänder. Der Schmuck wurde aus Gold, Silber, Achat, Amethyst, Orea-Kristall (eine Art Quarz), Elektrum und auch aus Elfenbein hergestellt. Die Perlen wurden aus den oben genannten Materialien und aus Fayence hergestellt. Nadeln, Klammern, Gummis und kleine Knochenkämme vervollständigten den Look.
Das Make-up war sehr ordentlich. Die Frauen verteilten weißes Puder auf ihren Gesichtern und bemalten ihre Lippen, Wangen und Lippen rot. Ihre Augen waren stark mit dunkler Farbe bemalt. Die Figur auf dem Fresko „La Parisienne“ aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. beeindruckt mit ihren großen Augen, lockigem Haar und roten Lippen.
Wie in unseren Tagen kreierten Frauen der Oberschicht und Priesterinnen die Mode und den Stil der Zeit, und der Rest der Frauen in den ländlichen Gebieten folgte. Die minoische Mode inspiriert auch heute noch große Designer mit ihren Farben und Mustern.
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