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Kloster der Panagia Faneromeni Ierapetra

Kloster der Panagia Faneromeni Ierapetra
Die Kreter waren der Jungfrau Maria gegenüber schon immer sehr gläubig; sie haben sie geehrt und geliebt, und sie war für sie stets ein Vorbild für das Leben, Reinheit, Demut, Geduld und Liebe. Diese Beziehung der gläubigen Kreter zur Jungfrau Maria spiegelt sich in den zahlreichen Kirchen – sowohl byzantinischen als auch modernen – und den historischen heiligen Klöstern wider.
Eines dieser Klöster ist das Heilige Kloster von Faneromeni, Ierapetra. Das Kloster liegt 24 km südöstlich von Agios Nikolaos auf einer Höhe von 540 Metern, in der Nähe der archäologischen Stätte von Gournia, Ierapetra. Wie ein Adlernest thront es in den Bergen von Lasithi über der Gegend und bietet einen Panoramablick auf die einzigartig schöne Bucht von Mirabello und die Stadt Agios Nikolaos. Die Route zum Kloster ist wunderschön und bietet viele Fotomotive.
Das Kloster wurde wahrscheinlich im 10. oder 11. Jahrhundert gegründet und ist das älteste im Osten Kretas. Das Katholikon (Hauptkirche) des Klosters wurde in einer Höhle errichtet, in der laut Überlieferung die Ikone der Jungfrau Maria gefunden wurde. Wann immer jemand versuchte, die Ikone von dort fortzubringen, erschien sie wieder in der Höhle. Die Höhle mit dem Katholikon bildete den Kern der Entwicklung des Klosters mit seinen Nebengebäuden und dem Gästehaus.
Das Kloster war ein geheimer Treffpunkt für Rebellen gegen die Venezianer und später gegen die Türken. In Zeiten der Belagerung verband der kleine Höhlenfriedhof das Kloster mit der Außenwelt und versorgte die Kämpfer. In der ersten „Geheimschule“ Kretas lehrten die Mönche den jungen Menschen der Umgebung das Lesen und Schreiben. Durch Spenden der Gläubigen erwarb das Kloster ein beachtliches Vermögen. Ende des 19. Jahrhunderts verfügte es über großen Reichtum, den die Mönche nach der kleinasiatischen Katastrophe größtenteils an bedürftige Familien verteilten. Während der deutsch-italienischen Besatzung fanden dort viele Verfolgte und Widerstandskämpfer Zuflucht.
Das heutige Kloster ist ein Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert. Seine festungsartige Form mit Zinnen und Wehrmauern sowie seine Lage belegen seinen defensiven Charakter. Das Kloster wurde vor kurzem renoviert. Es leben dort heute nur noch sehr wenige Mönche, aber sie sind stets bereit, Besucher zu empfangen und über die Geschichte und die Wunder des Klosters zu berichten.
Das Kloster ist die größte Pilgerstätte in Ostkreta. Am 15. August, dem Fest der Entschlafung der Gottesmutter (Mariä Himmelfahrt), wandern hunderte Pilger aus ganz Lasithi zum Kloster hinauf, um am Gottesdienst teilzunehmen. Es ist ein Akt der Ehre und Dankbarkeit der Gläubigen für den Schutz und die Gnade, die sie täglich erfahren. Sie haben viel über Wunder zu berichten, die sich im Kloster ereignet haben, und bringen zahlreiche Opfergaben dar. Diese Tradition und die Liebe der Gläubigen halten seit Jahrhunderten an.
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